CALIBIKE – ALWAYS ON THE TRAIL
Mein E-MTB-Westalpencross
Ein Punkt auf meiner persönlichen Bucketlist ist abgehakt: Ich habe den Westalpencross mit dem E-MTB bezwungen! 13 Tage purer Trail-Flow, schweisstreibende Aufstiege, spektakuläre Passstrassen, geisterhafte Bergdörfer und die unendliche Weite der Alpen – von der Schweiz über Frankreich bis nach Italien ans Mittelmeer. Ich bin unglaublich stolz, dieses Abenteuer geschafft zu haben.
Gesamtdaten & Facts der Tour
Die ganze Route: Martigny – San Remo
Gesamtrésumé & E-MTB-Erfahrungen
- E-Power & Akku-Management: Im steilen Gelände schiebt das Bike im MTB-Modus mit enormer Kraft – teilweise hob bei zu starkem Antritt das Vorderrad ab! Dank vorausschauender Planung bin ich nie mit leerem Akku hängengeblieben. Mein Camping-Anschlussstecker (CEE-Adapter) war pures Gold wert, um an jedem Zwischenstopp und Campingplatz problemlos nachzuladen.
- Ausrüstung & Material: Der Gepäckträger (Rack) ist cool, aber unterwegs gebrochen. Mit Zuggurten konnte ich das Problem jedoch behelfsmässig lösen. Bekleidungsmässig habe ich im Grunde durchgehend dieselbe Bike-Hose getragen – minimalistisch, aber bewährt. Ansonsten immer noch zu viel dabei.
- Wetter & Flexibilität: Insgesamt super Wetter, an zwei Tagen sintflutartiger Regen und Kälte. Ständige Flexibilität und minimale Routenanpassungen waren gefragt.
- Fazit: Strecken waren episch, anstrengend, herausfordernd und wunderschön. Würde ich es wieder tun? Ja, definitiv!
Die 13 Etappen im Detail
Tag 1: Sembrancher – Grand Col Ferret – Rifugio Elena
Note: 5.5Pässe & Täler: Grand Col Ferret | Val Ferret
Anreise per Zug nach Sembrancher. Der Einstieg verlangte direkt volle Anstrengung bei einsetzendem Regen. Die erste Ladepause gab es im gemütlichen La Fouly. Die Auffahrt zum Grand Col Ferret war steil und fordernd. Übernachtung im Rifugio Elena auf der italienischen Seite – Schlaflager mit 30 Personen und Bike im Stall am Strom. Nass, kalt, stinkig aber absolut episch!

Route Tag 1
Tag 2: Rifugio Elena – Kleiner St. Bernhard – Camping Le Reclus
Note: 5.5Pässe & Täler: Kleiner St. Bernhard | Val Ferret, Vallon de la Thuile
Kalter Start bei 3°C, aber strahlend blauem Himmel. Traumhafte Abfahrt durch das Val Ferret. Nach zwei kleineren Stürzen im Trail-Aufstieg habe ich mein Navi verloren – ab jetzt diente meine Garmin-Uhr als Guide. Über Courmayeur ging es hinauf zum kleinen St. Bernhard und hinab nach Bourg-Saint-Maurice zum Camping Le Reclus.

Route Tag 2
Tag 3: Bourg-Saint-Maurice – La Léchère – Camping La Petite Nice
Note: 5.5Pässe & Täler: La Léchère | Vallée de la Tarentaise
Wunderschöner, entspannter Radweg entlang des Flusses Isère. Auf einer Seite brach mein Rack-Gepäckträger – ein englischer Bikemechaniker im Radladen half mir mit Riemen und Straps aus. Die Schlussabfahrt bot nochmals Trailflow der Extraklasse.

Route Tag 3
Tag 4: St-Maurice-sur-la-Chambre – Col du Télégraphe – Valloire
Note: 4.5Pässe & Täler: Col du Télégraphe | Vallée de la Maurienne
Langer Asphaltabschnitt im Industrie-Tal der Maurienne. Langweiligster Teil des Westalpencross. Aufstieg zum berühmten Tour-de-France-Pass Col du Télégraphe. Die schwarze Trail-Abfahrt nach Valloire war steil und technisch fordernd. Übernachtung in einer gemütlichen Jugendherberge mit sehr sympathischem Besitzer, der auch noch kochte.

Route Tag 4
Tag 5: Valloire – Col des Cerces – Briançon – La Vachette
Note: 6.0Pässe & Täler: Col des Cerces, Col de la Ponsonnière | Vallée de la Clarée
Ein absoluter Traumtag! Das gesamte Tal hinab nach Briançon bot gewaltigen Trailflow und grandioses Alpenpanorama. In Briançon gab es eine kurze Reparatur des Hinterreifens bei einem genialen Bikemechaniker. Krönender Abschluss: Bester Burger seit Jahren beim Camping Montana in La Vachette!

Route Tag 5
Tag 6: La Vachette – Col de Péas – Arvieux
Note: 6.0Pässe & Täler: Montgenèvre, Col de Péas | Queyras-Tal
Gigantisch! Steiler Aufstieg zum Col de Péas, bei dem das E-MTB richtig gefordert und teils geschoben werden musste. Die darauffolgende Abfahrt in die Region Queyras war schier unendlich, flowig und einfach unvergesslich.

Route Tag 6
Tag 7: Arvieux – Les Escoyères – Ceillac
Note: 5.5Pässe & Täler: Combe du Queyras
Up-hill-Flow pur im Aufstieg! Die Abfahrt verlangte dann alles ab: ein extrem steiler Waldtrail mit Dutzenden engen Spitzkehren und tiefen Abgründen – technisch das Anstrengendste der bisherigen Tour.

Route Tag 7
Tag 8: Ceillac – Col Girardin – Saint-Paul-sur-Ubaye
Note: 5.0Pässe & Täler: Col Girardin | Ubaye-Tal
Regenschlacht und Kälte. Sintflutartiger Regen verwandelte die Trails in Bäche. Durch ständigen Luftverlust am Vorderrad musste ich im strömenden Regen mehrfach nachpumpen. Aufwärmen im Refuge und Tourenkürzung nach Saint-Paul-sur-Ubaye.

Route Tag 8
Tag 9: St-Paul-sur-Ubaye – Passo de la Larche / Maddalena – Demonte
Note: 6.0Pässe & Täler: Col de Larche / Passo della Maddalena | Valle Stura
Grenzübertritt von Frankreich nach Italien! Auf der Passhöhe erlebte ich zwei neugeborene Lämmli, die gerade erst das Licht der Welt erblickt hatten. Die schier endlose Trailabfahrt durch das Valle Stura bis nach Demonte war phänomenal.

Route Tag 9
Tag 10: Demonte – Colletto Roccasson – Limone Piemonte
Note: 5.5Pässe & Täler: Colletto Roccasson | Valle Vermenagna
Wunderschöne Auffahrt durch dichte Wälder. Auf dem Trail begegnete ich einer Pferdegruppe – beeindruckend, wie die Tiere das Gelände meisterten. Lange, entspannte Fahrt im Tal entlang des Flusses nach Borgo San Dalmazzo und sanfter Anstieg nach Limone Piemonte.

Route Tag 10
Tag 11: Limone – Col de Tende – Strada del Sale – Upega
Note: 5.0Pässe & Täler: Col de Tende | Val Tanaro
Auffahrt zum Col de Tende auf extrem losem Schotter. Die weltberühmte Salzstraße (Strada del Sale) war leider stark von Jeeps, Quads und Staub geplagt. Der finale Abfahrtstrail hinunter ins verträumte Bergdorf Upega war dafür die perfekte Entschädigung.

Route Tag 11
Tag 12: Upega – Monte Saccarello – Colle Langan – Bajardo
Note: 5.5Pässe & Täler: Monte Saccarello, Colle Langan | Val Argentina, Val Nervia
Königsetappe und härtester Tag der Tour! Extrem steile Schiebe- und Tragepassagen über Hunderte Höhenmeter zum Colle Langan. Geflucht und gelitten! Doch am Zielpunkt Bajardo – hoch oben auf dem Hügel – lag das Mittelmeer zum ersten Mal glitzernd in der Ferne. Punktlandung mit 0% Restakku im fantastischen B&B!

Route Tag 12
Tag 13: Bajardo – Finale nach San Remo
Note: 5.0Pässe & Täler: Colle Termini di Bajardo, Monte Carparo | Val Nervia
Der finale Vorstoss ans Meer! Die Trails erinnerten stark an Finale Ligure – technisch extrem anspruchsvoll und von Stachelgestrüpp gesäumt. Und dann stand ich am Strand von San Remo: Die warme, salzige Meeresbrise in der Nase, das warme Wasser an den Füssen. Ich habe es geschafft!

Route Tag 13
Wie alles angefangen hat, liest du in meinem Beitrag E-BIKE-PACKING am Limit – die Ruhe vor dem Westalpen-Sturm. Lust auf Trails mit Guide statt solo? Hier findest du unsere geführten MTB Touren und E-MTB Camps.






















































































































